Spende der Klasse 4a der Königschule

Frau Klee aus der Königschule besuchte mich. In der Klasse 4 a hatte ich über die Lebnswirklichkeit von Kindern in Afrika am Beispiel Togo – gesprochen. Es war ein toller Tag mit Workshops und einer Präsentation als Abschluss.

Die SchülerInnen waren gut vorbereitet, sehr interessiert und hatten viele Fragen.

Nun verlassen sie die Grundschule und wechseln auf eine weiterführende Schule. 

Etliche gespendete Tornister waren schon vorher angekündigt worden. Als Überraschung kam noch das Restgeld aus der Klassenkasse dazu, 100 € sind in Togo viel Geld und entsprechen etwa vier Monatsgehältern einer Kindergärtnerin. 

Fleißig wie die Bienen, die Klasse 4a! 

Aufenthalt vom 23. Mai – 29. Juni 2023

Nach langer Zeit hatte ich wieder eine aktive Hilfe vor Ort, diesmal durch Krystyna.

Sie hatte sich gut auf die Reise vorbereitet, das Visum über eine Agentur beantragt und gemeint, alles bedacht zu haben. Wie in vielen afrikanischen Ländern muss man sich auch in Togo bei der Ein- und Ausreise über das Internet bei der Einwanderungsbehörde am Flughafen registrieren lassen. Mit dem QR-Code passiert man dann den Zoll. Das hatte die Visumagentur nicht für Krystyna erledigen können, so dass die Formalitäten zur Einreise nicht komplett waren. Die Beamten versuchten mit viel Geduld Krystyna, dabei zu helfen. Dabei stellt sich heraus, dass das Visum nicht vollständig und damit eigentlich ungültig war. Dass wir als letzte Fluggäste, aber mit gütiger Registrierung dann doch noch passieren konnten, ist nur der Geduld der Zollbeamten zu verdanken, die das technisch hinbekamen, ohne erneut die Visumgebühren zu berechnen. Unser Partner Momo wartete sehr beunruhigt vor dem Flughafen, den inzwischen schon alle anderen Fluggäste mit ihrem Gepäck verlassen hatten.

Ziemlich erledigt kamen wir dann endlich in Agbodrafo an der Villa Nadou an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuerst mussten wir uns um das Vorhaben in Vogan kümmern. Die Baugenehmigung für die Toiletten und den weiteren Raum lag noch nicht vor, bei der Schulaufsicht war es rechtzeitig im Februar weiter gegeben worden. Also blieb nichts Anderes übrig, als direkt beim Ministerium für Bildung und Erziehung (MEPSTA) vorzusprechen. Auch dort gab es wieder sehr hilfsbereites Personal, das den Antrag heraussuchte und versprach ihn unverzüglich zur Unterschrift vorzulegen. Ich war noch nicht wieder zurück in Agbodrafo, als ich im Taxi den Anruf erhielt, dass ich die Genehmigung abholen könne. Am nächsten Tag machte sich Krystyna an die Arbeit, um die eingetroffenen 16 Kartons auszupacken und vorzusortieren, während ich noch einmal nach Vogan fuhr. Gleichzeitig mit mir kam der Techniker, der den Bauplatz, die Pläne und die Ausführung genehmigen musste. Zum Glück ging das problemlos und wir konnten anschließend gleich das Material einkaufen. Mit fast zwei Wochen Verzögerung ging es nun endlich los. Maurer Kokouvi und seine Arbeiter haben großartig gearbeitet, so dass im September die Toiletten genutzt werden können und nur noch der Anstrich fehlt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Baugenehmigung für den Anbau in Patatoukou war irgendwo auf dem Weg zum Ministerium stecken geblieben. Da sich in Patatoukou die evangelische Kirche EPPT außerstande sah, die Kindergärtnerin entsprechend zu bezahlen, so wie es zugesagt worden war, haben wir das Gebäude mit Toiletten, Mauer, Spielgeräten,…… dem Staat übergeben. Wenn sich die Kirche entschließt, das Baugelände ebenfalls dem Staat zu übergeben, kann die Kindergärtnerin auf die staatliche Gehaltsliste gesetzt werden.

Die Baugenehmigung für Patatoukou haben wir beim Ministerium nun direkt beantragt. Die Zusage wird uns per Mail oder WhattsApp nach Deutschland zugeschickt.

 

Für Sodo gab es diesmal keine besonderen Maßnahmen. Das verschwundene Kabel für das Solarpaneel wird uns von Abiola noch einmal zur Verfügung gestellt. Dann kann der TurboCharger wieder angeschlossen werden. Nach einem Kontakt zum Ministerium für innere Angelegenheiten hat sich Herr Idoh mit Charles Ani VI. telefonsich in Verbindung gesetzt. Am nächsten Tag ist die Tür mit Rahmen für das Toilettengebäude in Sodo geliefert worden. Wenn uns die Zuständigkeiten sofort mitgeteilt worden wären, hätten wir uns etliche Gespräche und die Klage beim Gericht in Amlamé sparen können. Danke an Herrn Idoh und dem Chef von Sewatsrikope! Nach Bestellung und Bezahlung im Jahre 2013 kann das nun nach 10 Jahren abgehakt werden!

 

In Agbodrafo lagen keine Maßnahmen an. Da die Schule immer noch die Räumlichkeiten des Kindergartens besetzt hatte, waren keine Investitionen geplant. Der Staat hat neben dem Kindergarten bereits mit dem Bau von drei Klassenräumen plus Sanitäranlagen für die Schule begonnen, so dass der Kindergarten wieder seine Räume belegen könnte, wenn nicht ein heftiger Sturm alle dei Klassenräume abgedeckt hätte. Zum Glück war das in der Nacht, so dass die Räume nicht belegt waren und keiner zu Schaden gekommen ist. Da das Holz des Dachstuhls sehr morsch ist, muss auch ein neuer Dachstuhl aufgesetzt werden, bevor das Dach neu eingedeckt werden kann. Koffi Kini hat einen Kostenvoranschlag erstellt und wird die Arbeiten übernehmen. Damit vor dem neuen Schuljahr alles wieder genutzt werden kann, haben wir uns bereit erklärt,  1.001.030 CFA für den neuen Dachstuhl zu übenehmen. Die Bedachung will die Gemeinde übernehmen. Das Material ist bestellt und bezahlt und lagert bis zum Baubeginn bei der Holzhandlung. Koffi wird den hinterlegten Lohn vom Bürgermeister erhalten. 

 

 

Neue Projektbegleitung

Der erste Kontakt kam durch den Turnverein. Dort hatte Krystyna erfahren, dass ich Projekte in Togo/Westafrika initiiere und begleite. Da sie eigentlich schon lange auf eine Gelegenheit gewartet hatte, sich sozial zu engagieren und die Idee, das in Afrika zu tun, auch sehr spannend schien, fand schnell ein erstes Treffen statt.

Seitdem ist Krystyna nicht mehr aufzuhalten. Schnell war ein Termin für die nötige Gelbfieberimpfung vereinbart, ein Flug gebucht und das Visum beantragt.

Am 23.Mai begleitet sie mich nach Togo und brennt darauf, mich tatkräftig zu unterstützen. Da eine Sendung mit 16 Paketen auszupacken, zu sortieren und zu verteilen ist, liegt auch genug Arbeit an, die man auch ohne Kenntnisse der französischen Sprache leisten kann.

Das ist super, denn seit Jutta Ulrich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitfliegt und Corona auch andere in ihren Aktivitäten ausgebremst hat, lag die Projektbetreuung ganz bei mir.

Eine Entlastung war dringend nötig. Im Oktober sind eventuell zwei weitere Helfer bereit und auch die ehemalige Kindergartenleitung Walli aus Hannover hat einen Aufenthalt ins Auge gefasst.

Dazu kommt noch das Engagement von Isabell, die uns mit Tornistern, Motoradhelmen und Verbandszeug versorgt.

Die Projekttage an der Wittebrinkschule in Dorsten-Wulfen, der Albert SchweitzerSchule in Dorsten Hervest, der Königschule in Oberhausen Biefang und der Robert Koch Schule in Oberhausen Osterfeld waren sehr erfolgreich. Das Interesse der Kinder zeigte sich schon in der Sammlung von Fragen, die mir vorlag.

Über die Lektüre „Von Emma an Abbra“ hatten sie sich bereits auf die Thematik eingestellt und durch die kleine Ausstellung mit Fotos, Karten, afrikanischen Stoffen,…. weitere Eindrücke der anderen Lebenswelt erworben.

Die Bereitschaft helfen zu wollen, war geweckt und äußerte sich in vielen kreativen Ideen vom Verkauf von Sonnenblumensamen und anderen Sammlungen bis zur Bereitstellung der gebrauchten Tornister, gebrauchter Kleidung,……

Im November will Pater Tobias den Marathon am Mont Agou laufen, dem höchsten Berg Togos. Im tropischen Klima des Berglandes um Kpalimé eine echte Herausforderung. 

Es tut unendlich gut, so viel Unterstützung und Hilfe zu erfahren, diesmal nicht nur materiell, sondern auch durch die aktive Mitarbeit.

Aufenthalt vom 31. Januar – 15. März 2023

Trotz des relativ kurzen Aufenthaltes konnten alle Vorhaben geplant und durchgeführt werden. Hier aufgelistet nach unseren vier Standorten.

AGBODRAFO

Nach erfolgter Zusage und zähen Entschädigungsverhandlungen haben die Maßnahmen gegen die Küstenerosion endlich begonnen. Mit großen Arbeitsmaschinen wurden die tonnenschweren Felsbrocken zunächst am Strand abgelagert, bevor sie in den Sand versenkt wurden. Anders als in Anecho beginnen die Wellenbrecher bereits im Strandbereich und setzen sich weit ins Meer fort. Anschließend soll vom Meer abgespülter Sand wieder von anderer Stelle beschafft und neu abgelagert werden.

Anlage von Wellenbrechern gegen die Küstenerosion

 

 

 

 

Nach Beendigung der Maßnahmen wird die Straße nach Anecho erneuert.

Die Sektion B der staatliche Schule erhält neue Klassenräume und

der Kindergarten kann endlich wieder in seine alten Räume zurückkehren und muss nicht mehr mit seinen zwei Gruppen in einem Raum beengt seine Arbeit verrichten.

Dann ist der Kindergarten auch eindeutig wieder alleine zuständig für den Hof mit seinen Spielgeräten.

Hoffentlich sind dann beide Zugangstore wieder geschlossen und die Spielgeräte vor Fremdnutzung und/oder Beschädigung geschützt.

Damit wird es für uns auch wieder sinnvoll, Investitionen zu tätigen.

PATATOUKOU

Wie bereits besprochen erhielt der Kindergarten eine Überdachung, um Kinder und Spielgeräte vor der intensiven Sonneneinstrahlung zu schützen, die Rutsche wurde repariert.

Maurer Albert und unsere Partnerin vor Ort Gladys

 

 

 

 

 

 

Für die regelmäßige Bezahlung der Kindergärtnerin Elise hat die evangelische Kirche EPPT keine Lösung finden können, wie vor dem Bau des Kindergartens eigentlich zugesagt.

Im Gespräch mit dem zuständigen Pastor in Amou-Oblo ergab sich, dass die Kirche eine Übernahme des Kindergartens durch den Staat durchaus als langfristige Lösung in Betracht zieht. Ein erneutes Gespräch mit der Direktion in Lomé hat dazu noch nicht statt gefunden.

Zur Klärung des weiteren Vorgehens war ich bei der staatlichen Stelle für das Erziehungswesen DRE in Atapamé. Wie der zuständige Direktor mir erklärte, kann der Verein die von uns getätigten Investitionen ( Kindergartengebäude, Toiletten mit Sickergruben, Ummauerung, Spielgeräte,…) dem Staat übergeben. Wenn die evangelische Kirche das Gelände ebenfalls dem Staat zur Verfügung stellt, kann die Kindergärtnerin auf die staatliche Gehaltsliste gesetzt werden, sofern sie alle notwendigen Prüfungen nachweisen kann.

Damit wären eine regelmäßige Bezahlung und ein Rentenanspruch gesichert.

Die Erweiterung um einen weiteren notwendigen Gruppenraum kann dann ebenfalls erfolgen. Der Antrag ist bereits auf dem Weg.

SODO

Wie in Patatoukou erhielt auch der Kindergarten in Sodo eine Überdachung für die Spielgeräte. „Unser“ Maurer Albert hat gute Arbeit geleistet und alles in kurzer Zeit solide installiert.

Überdachung in Sodo

 

 

 

 

 

Nach dem Anbau im November 2022 war der Kabelanschluss für das Solarpaneel verschwunden. Kindergärtner Abalo hat trotz intensiver Suche noch kein neues Kabel beschaffen können, dass in den Anschluss passt. Eventuell muss man sich direkt an Abiola wenden, um gleichzeitig auch für die anderen Kindergärten ein Solarkit zu bestellen.

VOGAN

Die umfangreichste Maßnahme sowohl vom Zeit-als auch vom Geldaufwand war für Vogan vorgesehen. Um die Kindergartenkinder auf dem großen Schulgelände besser zu schützen, eine gute Beaufsichtigung zu gewährleisten und Spielgeräte geschützt aufstellen zu können, war für Vogan eine Ummauerung geplant. Mit dem enormen Arbeitseinsatz von Maurer Kokouvi und seinem Team konnte das tatsächlich in der angegebenen Zeit erfolgen. Sogar die beiden Türen wurden eingesetzt und ein Anstrich konnte noch fertig gestellt werden.

links: Anbau vom November 2022 mit Mauer und großem Eingang 

rechts: Mauer mit dem kleinen Eingang auf der gegenüber liegenden Seite

 

 

Da die Genehmigung diesmal rechtzeitig vorlag, gab es keine weiteren Probleme.

Für die Toilettenanlage und einen weiteren Gruppenraum ist ein neuer Antrag bereits auf dem Weg. Mit der Unterstützung des Inspektors können wir sicher rechnen.

Der derzeitige Direktor, der zum Ende des Schuljahres in Pension geht, ist vom Inspektor als ständiger Ansprechpartner für uns eingesetzt worden.

Wie schön, dass eine gute Zusammenarbeit damit weiterhin gewährleistet ist.

Sehhilfen von Brillen – Chic für Togo

Seit vielen Jahren schon erhalten wir professionelle Unterstützung durch

Optiker Bernhard Bruns

von Brillen – Chic am Neutor in Dinslaken.

Mehrmals jährlich erhalten wir Kartons mit überprüften und gereinigten Brillen in einem erstklassigen Zustand.

Diesmal sind sogar Sonnenbrillen dabei. Für Togo in Westafrika – nahe am Äquator – nicht unbedingt verkehrt.

 

Die zwischenzeitlich wieder gesammelten Brillen passen noch in den Koffer, wenn es am Dienstag wieder Richtung Togo los geht.

Vor Ort in Togo haben wir Kontakt zu Krankenschwester Beatrice, die ein Messgerät zur Verfügung hat und Brillenstärken bemessen kann. So kann Beatrice die erhaltenen Brillen an die richtigen Adressaten vermitteln. Das ist schon besser, als sich unabhängig von der Brillenstärke nur für das schickste Modell zu entscheiden.


100 Deutschbücher für Sodo

Bei der Einweihungsfeier des Kindergartenanbaus in Sodo kam ein erster Kontakt zwischen Pater Tobias und dem Deutschlehrer der gymnasialen Oberstufe in Sodo zustande.

Erst zu Schuljahresbeginn konnte der Schulbetrieb an der neu eingerichteten gymnasialen Oberstufe aufgenommen werden, nachdem die Räumlichkeiten für die neuen Klassen errichtet worden waren.

Da fehlt es natürlich noch an allen Ecken und Kanten.

Zirkel, Lineale, Kreide für die Tafel hatten wir bereits als Starthilfe eingeplant, ebenso einen Satz Trikots für die Schulmannschaft mit Sporttasche und Bällen.

Als Pater Tobias im Gespräch erfuhr, dass für den Deutschkurs keine Bücher in ausreichendem Maße vorhanden waren, erklärte er sich spontan bereit, die notwendigen finanziellen Mittel in Höhe von 1.000 € dafür zur Verfügung zu stellen.

Nach seiner Abreise konnte ich in Vogan schon einmal 50 Bücher und Arbeitshefte organisieren. Mohamed Adzagba war sofort bereit, die restlichen 50 Bücher und Arbeitshefte in Kpalimé zu besorgen und die Lieferung persönlich zu übernehmen. 

Links der Deutschlehrer, davor der Schulleiter mit SchülerInnen des Deutschkurses, rechts vorne Mohamed Adzagba

Grüße von Elisabeth

Unter dem Stichwort „Grüße von Elisabeth“ sind inzwischen über 1.600 € auf unser Konto eingegangen.

Vielen Dank an die Familie für die wundervolle Idee.

Wie gewohnt werden wir die Spenden sorgfältig geplant anlegen.

 

 

Elisabeth Stienen

In jedem Verein gibt es gute Geister, die von der Projektidee und deren Umsetzung überzeugt sind und die Arbeit mit ihren Möglichkeiten unterstützen.

Für uns war es Elisabeth Stienen.

Dabei konnte sie auf die Erfahrungen als alleinerziehende Mutter mit drei quirligen Mädchen und die Herausforderungen als Schulsekretärin zurückgreifen. Auch im Ruhestand hat sie sich sozial engagiert und Flüchtlingskinder im Lernen unterstützt. 

Dabei ist sie dem Verein nie als Mitglied beigetreten, hat aber ihre Tochter Josi von unserer Sache überzeugen können. 

2008 hat sie mich für eine Ehrung durch die Stadt vorgeschlagen. Daraus wurde nichts.

Die Stadt fand, dass mein Engagement über die Stadtgrenzen hinausging, und schickte den Antrag an das Land weiter. Das Land fand das ebenfalls und schickte den Antrag weiter.

So kam es, dass ich 2009, stellvertretend für alle ehrenamtlich Engagierten unseres Vereins, die Bundesverdienstmedaille erhielt.

Nach einer schweren Erkrankung im letzten Jahr musste Elisabeth Stienen ihre Aktivitäten komplett einschränken. Das ist ihr sehr schwer gefallen und sie hat lange darauf gehofft, wieder tätig werden zu können.

Am letzten Sonntag hat sie uns verlassen.

Wir werden die zierliche Frau mit dem großen Herzen und ihrer Energie vermissen.

 

Anstrengend, intensiv, aber großartig!

Wie schon erwartet, war der Aufenthalt zum Schuljahresbeginn diesmal ganz anders als sonst. Das begann schon vor der Abreise mit der Information, dass wir mit einer Gesamtsumme von 20.000 Euro rechnen könnten. Die hatte Pater Tobias sicher durch die Spenden erlaufen. 

Da ich schon am 18.September in Togo war, konnte ich den Schuljahresbeginn an allen vier Standorten in Ruhe vorbereiten – dachte ich.

Die Regierung hatte den Schulbeginn jedoch vom 19. September auf den 26. September eine Woche nach hinten  verschoben. Weder die neuen Erstklässler noch die neuen Kindergartenkinder waren also bereits angemeldet, damit konnten zwar die Materialien für Agbodrafo und Vogan bestellt und in die Tornister gepackt, aber nicht mit den Namen der Kinder versehen werden. Ohne eine Liste der Kinder konnte der Schneider auch nicht Maß nehmen und die Anfertigung der Schulkleidung beginnen. 

Eine von der Regierung spontan angeordnete Fortbildungsmaßnahme für die Lehrer und Erzieher sorgte für weitere Belastung, da die Kollegien nicht zu meiner Unterstützung zur Verfügung standen. Irgendwie ging es dann doch los mit den Vorbereitungen.

Auch die geplanten Baumaßnahmen für Sodo, Patatoukou und Vogan liefen zunächst schleppend an.  Alle geplanten Bauvorhaben müssen neuerdings vorher schriftlich eingereicht werden, bedürfen der Zustimmung durch das Ministerium und einer technischen Überprüfung von Ort und Bauplänen. Das erschwert erheblich einen zügigen Baubeginn, zumal nicht alle Bürgermeister und Schulaufsichten über die notwendigen Kontakte nach oben verfügen oder auch durch andere Vorhaben sehr eingespannt sind.

In Agbodrafo sind die geplanten Arbeiten zur Stabilisierung und Sicherung der Küstenlinie immer noch nicht konkret in Angriff genommen worden. Einige Schulklassen der von der Erosion bedrohten Grundschule belegen weiterhin die Räumlichkeiten des Kindergartens und beide Kindergartengruppen hocken in einem Raum aufeinander. Die als Übergangslösung gedachte Situation belastet die Arbeit nun schon im zweiten Jahr erheblich. 

Tische und Hocker für Agbodrafo

In Sodo konnten wir nach dem Kontakt mit den zuständigen Stellen einen zügigen Start der Baumaßnahmen erreichen und hatten mit Albert auch einen kompetenten und zuverlässigen Bauleiter vor Ort. Albert stellte sofort einen Bautrupp zusammen, der nach Anlieferung der Materialien unverzüglich mit dem Ausschachten begann. 

In Patatoukou war die Bezahlung der Kindergärtnerin immer noch nicht geklärt. Damit konnten wir uns auch nicht um eine weitere Kraft für den geplanten Anbau bemühen. Die jetzige Kindergärtnerin Elise ist mit 58 Kindern im Alter von 2 1/2 bis 5 Jahren allein in einem Raum. Da ist nur Kinderaufbewahrung, aber kein Vorschulprogramm mit pädagogischen Inhalten möglich. Auch in einem Gespräch  mit dem zuständigen Direktor des Bloc synodale in Lomé konnte keine Lösung in Aussicht gestellt werden, so dass wir vorerst auf einen Baubeginn verzichtet haben. Das Gebäude und die Mauer bekamen jedoch einen neuen Anstrich und die Spielgeräte für den den Hof konnten aufgestellt werden.

Übergabe der Kindergartenkleidung für die „Neuen“

In Vogan konnten dank des unermüdlichen Einsatzes des Direktors die Baumaßnahmen ebenfalls sofort beginnen. Im Juni hatten wir im Vorgespräch mit dem Bürgermeister von Vogan ein „Okay“ erhalten. Hier ist die Situation besonders dringlich: 85 Kindergartenkinder in einem Raum mit zwei Erzieherinnen. 

Nach den verzögerten Vorbereitungen für den Schulstart trafen am 3. November Pater Tobias und sein Laufkollege Dirk am Flughafen von Lomé ein. Unser Partner Mohamed Adzagba stellte freundlicherweise Zeit und Fahrzeug zum Abholen und für die Fahrt nach Kpalimé/Sodo bereit. Nach einer Übernachtung in Agbodrafo ging es dann am Freitag, den 4. November,  zur Unterkunft nach Kpalimé. Einige Deutsche waren schon eingetroffen und wir fuhren weiter nach Sodo, um die Einweihungsfeier vorzubereiten. Am 5. November, fand der erste Marathon für die beiden in Kpalimé statt. Beide kamen mit einem kleinen Umweg auch gut ins Ziel. Die kurze Zeit der Akklimatisierung und der zwar landschaftlich wunderschöne, aber auch kräftezehrende Steigungslauf im Gebirge ließen die Entscheidung ratsam erscheinen, doch auf den zweiten Lauf einen Tag später am Mont Agou zu verzichten.

So trafen die beiden bereits am 6. November in Sodo ein, mit Spannung von der Bevölkerung erwartet. Ein Pater, der aus Deutschland kommt, hier Marathon läuft und die erlaufenen Spende für die Menschen vor Ort zur Verfügung stellt. Sowohl die Neugier als auch die Dankbarkeit waren grenzenlos und kamen in dem wunderbaren Fest am Montag, den 7. November, auch zum Ausdruck. Beim anschließenden Kurzaufenthalt in Patatoukou wurde die Kindergartenkleidung verteilt und die Spielgeräte an die Kinder zur Benutzung frei gegeben.

 

Danach ging es zurück nach Agbodrafo an die Küste. Dort hatte ich uns schon für Dienstag, 8. November, sowohl beim traditionellen Chef canton Apéto Mensah Assiakouley und beim Bürgermeister Victor Gunn, angemeldet. Der Besuch beim traditionellen „König“ war natürlich besonders spannend.

Am Mittwoch, den 9. November, war dann Übergabe des Gebäudes in Vogan angesagt. 85 Kinder nun auf zwei Räume verteilt – eine riesengroße Entlastung mit der Möglichkeit, nun pädagogische Arbeit leisten zu können – auch wenn über 40 Kinder in einer Gruppe immer noch deutlich zu viele sind.

Die Hinfahrt erfolgte mit Moped -Pirogge über den Lac Togo – Moped und war noch einmal ein Stück hautnah erlebter Lebensalltag in Togo.

Zurück ging es über Anecho mit einem kurzen Besuch des dortigen Deutschen Friedhofes aus der Kolonialzeit

Am Donnerstag, den 10. November, stand die Hauptstadt Lomé auf dem Programm: 10 Uhr Empfang in der Deutschen Botschaft beim Botschafter Matthias Veltin – 12 Uhr Treffen mit Boxweltmeister Prinz Lorenzo – Besuch der Kathedrale in Lomé – Bummel über Asi game, den großen Markt.

Beim Chef von Goumoukope

Da die Abreise am Freitag, den 11. November, erst am späten Abend erfolgen sollte, blieb morgens noch Zeit für eine Überfahrt mit der Pirogge zum Wallfahrtsort Togoville. Unser Partner aus Agbodrafo – Dieudonné Amagnan – übernahm die kundige Führung . 

Ein bemerkenswerter Besuch fand damit ein vorläufiges Ende – denn die beiden haben sich schon den ausgelassenen Marathon am Mont Agou für 2023 vorgemerkt. 

Das wird sicher wieder sehr spannend und ereignisreich!

Pater Tobias hat mit seinem Engagement eine sichtbare Verbesserung der Lebenssituation bewirkt, die die Menschen in Togo mit den neuen Kindergartenanbauten immer vor Augen haben und auch nicht mehr vergessen werden.

Nach Aussage von Präfektur und Inspektion ist der Kindergarten in Sodo durch diese Unterstützung zum Modellkindergarten für die Region geworden – mit Toiletten (Tür liefert Charles Ani VI. hoffentlich bald) – Ummauerung zur Sicherheit der Kinder – Pausenspielgeräten.

Die Freude über das gelungene Projekt war allen bei der Einweihungsfeier sichtbar anzumerken.

 

 

 

Vorbereitungen für das Schuljahr 2022/23

Der nächste Aufenthalt vom 18. September – 22.November 2022 steht an. Er wird in vieler Hinsicht bemerkenswert sein. 

Durch den Spendenlauf von Pater Tobias in Sonthofen konnten wir am Freitag schon einen Scheck über 10.000 Euro entgegennehmen. Damit ist zumindest schon einmal der Grundstock gelegt für die Erweiterung der Kindergärten in Patatoukou, Sodo und Vogan. Die entsprechenden Kommunen sind informiert und werden das Vorhaben durch die Bereitstellung der pädagogischen Kräfte unterstützen. 

Pater Tobias hat sich außerdem für die Marathonläufe in Kpalimé am 5. November und am Mont Agou am 6. November angemeldet. Von sportlicher Seite wird er dazu auch Unterstützung von Boxer Prinz Lorenzo erhalten, der sich in seiner Heimat Togo für die Unterstützung sozial Benachteiligter einsetzt. Ein Treffen mit Prinz Lorenzo ist fest geplant.

Beim Treffen in der Deutschen Botschaft in Lomé hoffen wir ein gutes Spendenergebnis aus den beiden Marathonläufen präsentieren zu können, so dass unsere Vorhaben bis zur Vollendung finanziell abgesichert sein werden.

Das wird alles sehr spannend!

Daneben laufen die „normalen“ Vorbereitungen für den Start an Schule und Kindergarten an unseren vier Standorten Agbodrafo, Patatoukou, Sodo und Vogan:

Einkauf der Stoffe für die Uniformen, Besorgung der Materialien für ein Schuljahr, Vorbereitung der jeweils 25 gebrauchten Tornister für die Erstklässler,………..Die Pakete mit den Tornistern sind schon mit dem Container eingetroffen und in Agbodrafo gelagert.

Bild aus dem Lager von Amouzou in Agoe

Durch die zusätzliche finanzielle Unterstützung lassen sich die Transportprobleme ins Hinterland wesentlich einfacher lösen. Das ist eine riesengroße Entlastung.